Additive Fertigungsverfahren entwickeln sich zunehmend von der Prototypenfertigung hin zur Bauteilfertigung und bilden damit eine Ergänzung und/oder Alternative zu konventionellen Fertigungstechniken wie der Umformtechnik. Dem erheblichen Vorteil der additiven Fertigung, der nahezu beliebig realisierbaren Geometriekomplexität der zu fertigenden Produkte, steht als großer Nachteil die lange Fertigungszeit gegenüber. Anders als viele Verfahren der Umformtechnik sind additive Fertigungsverfahren, trotz anlagen- und prozesstechnischer Weiterentwicklungen, noch nicht massenfertigungstauglich. Am Institut für Umformtechnik und Leichtbau wird daher der Ansatz verfolgt, additive Fertigungsverfahren in die Umformtechnik mit einzubinden um so die Vorteile beider Technologien zu kombinieren. So werden aktuell am Institut generativ hergestellte Werkzeuge mit Kühlkanälen zur Erweiterung der Prozessgrenzen beim Strangpressen und additiv gefertigte Werkzeugspulen für die elektromagnetische Umformung erforscht.

Motiviert durch die bisher erzielten Forschungsergebnisse wurde zum 1. August 2015 die Arbeitsgruppe „Research Group on Additive Technology” gegründet. In dieser neu gegründeten Arbeitsgruppe soll das Potenzial der Kombination von additiven und formativen Fertigungstechnologien erarbeitet und grundlegend erforscht werden. Ein wesentlicher Baustein für die Durchführung zukünftiger Forschungsaktivitäten ist ein bewilligter Großgeräteantrag zur Beschaffung einer Kombinationsmaschine zum Laserauftragsschweißen von Pulver in einer 5-Achs-Fräsmaschine, welche im Frühjahr 2016 erfolgreich im Versuchsfeld des IUL in Betrieb genommen wurde. Mit dieser Maschine werden sich erstmalig formative, additive und sogar subtraktive Fertigungsverfahren in einer Maschine kombinieren lassen.

Leiterin der Arbeitsgruppe: Dr.-Ing. Dipl.-Wirt.-Ing. Ramona Hölker-Jäger